It’s Not A Book!

Monday 14:30 – 18:30 & Tuesday 15:30 – 18:45   Summersemester 2026

Kursbeschreibung

… It’s a catalog

The art catalogue, not the album cover was the most covetable commission among graduates from the best design schools now, that much C knew.
James Langdon, Typohypergraphicobject, 2025

Statt ein Buch zu verfassen, erfand Stewart Brand 1968 einen plattformhaften Versandhandel, einen »Access to Tools«: den Whole Earth Catalog. Und auch wenn Steve Jobs den später als “Google of our times” bezeichnen sollte, war es doch ein gedruckter Katalog – aber einer, in dem sich die Gegenkultur der Sixties manifestierte. Man fand darin alles, was man brauchte, um eine Landkommune zu gründen (wie man eine Ziege melkt, beispielsweise), aber ebenso, wie man einen (»funktionierenden!«, wie es hieß) Computer baute – nebst anderen Techniken zur Bewusstseinserweiterung. Und während der Whole Earth Catalog mindestens einen der Grundsteine für das heutige Silicon Valley legte, befeuerten zeitgleich die Kataloge von Quelle, Neckermann und Otto die bundesdeutsche Konsumlaune.

In diesem Kurs beschäftigen wir uns mit Katalogideen ebenso praktisch wie kulturgeschichtlich. Es geht darum, selbst eine zu entwickeln – aus dem Nichts oder mithilfe des Datenschatzes »Internet« oder – hier stellen wir perfekt ausgearbeitetes Text- und Bildmaterial zur Verfügung – aus vorliegenden künstlerischen Positionen und Begleittexten dazu. Also kann das Spektrum eurer Entwürfe vom absurden »Katalog selbstgerauchter Zigarettenstummel« (J.D. Vufke) über politisch-kritische Sammlungen bis zum Redesign bestehender Kunstkataloge reichen. Bei unseren Exkursionen schauen wir uns systematische, strukturreiche Werke an – historische wie zeitgenössische – und begegnen dann doch auch vielen Büchern.

In euren Entwürfen soll es darum gehen Systeme zu entwerfen, nicht einzelne Seiten zu komponieren. Der grafische Spaß und die Herausforderung liegt in den Rhythmen, den Frequenzen der Elemente, den Rahmen und Verbindungen, der Struktur. Aus demselben Bilder- und Textbestand wird es Ausspielungen sowohl in den Druck als auch ins Web geben, in verschiedenen Technologien. Beide Varianten können sich stark unterscheiden und die Stärken der jeweiligen Medien voll entfalten. Gestaltungsentscheidungen werden parametrisch – das heißt: an allen Elementen einer Reihe und automatisiert – getroffen, nicht im Einzelnen. Je interessanter das Konzept und die Struktur, desto besser und desto intensiver ist der Kosmos, den wir anrichten, das ernsthafte Spektakel, dem wir die Lesenden (und Betrachtenden) aussetzen.

Quelle: https://vorlesungsverzeichnis.design.haw-hamburg.de/kurs/14739


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